Ungleichgewichte

„Ungerechtigkeit an irgendeinem Ort bedroht die Gerechtigkeit an jedem anderen“

(Marthin Luther King)

Unsere Welt ist gespickt von Ungleichgewichten – das ist Fakt. Immer wieder ist in diesem Kontext zu hören, dass Gewinner und Verlierer die logische Folge eines fairen Wirtschaftssystems seien; dass asymmetrische Gesellschaften besser funktionieren als symmetrische; oder über 7 Milliarden Menschen niemals auf ein und demselben Niveau leben könnten. Sicher steckt darin viel Wahres – und dennoch muss die Frage gestellt werden: Sind die Gegensätze im Laufe der Globalisierung nicht ein wenig zu groß geworden? Ist die Spaltung der Weltbevölkerung an einen Punkt gelangt, der weit über jeder moralischen Grenze liegt?

Schauen wir uns die derzeitige Lage anhand verschiedener Statistiken genauer an. Die Hilfsorganisation Oxfam gab Anfang des Jahres eines Bericht heraus, der das Ausmaß sozialer Ungleichheiten im Jahr 2017 beschreibt. Jörg Kalinski, Kampagnenleiter der Organisation, fasst das Ergebnis treffend zusammen:

„Den Preis der Profite (weniger Einzelpersonen) zahlen Milliarden von Menschen weltweit, die zu Löhnen, die nicht zum Leben reichen, schuften müssen und keinen Zugang zum öffentlichen Bildungs- und Gesundheitssystem erhalten.“

Laut Oxfam besitzen die aktuell 42 reichsten Menschen genauso viel Geld wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung, also ganze 3,8 Milliarden Menschen! Die Zahl der Milliadäre ist währenddessen erstmals in der Menschheitsgeschichte auf über 2000 gestiegen – und liegt im Jahr 2018 schon bei 2208 Personen.

Diagramm 4

Weiterhin verteilt sich die Geldmenge auf diesem Planeten alles andere als gerecht: 82 Prozent des im Jahr 2017 erwirtschafteten Gelds ging an ein einziges Prozent der Bevölkerung!

Diagramm 5

Für viele Menschen, die das Geld deutlich dringender gebrauchen könnten, ist das fatal. Insbesondere in den Entwicklungsländern, besser bekannt als „Dritte-Welt-Staaten“, fehlt es an Mitteln zum Aufbau von Infrastruktur. Hier fehlt es der Bevölkerung an grundlegenden Dingen wie annehmbaren Wohngelegenheiten, Zugang zu sauberem Wasser, Sanitäranlagen und Bildungsmöglichkeiten. Pikant: Würde das derzeitige Steuersystem seine gewünschte Wirkung erzielen, wäre das dafür zur Verfügung stehende Geld mehr als doppelt so hoch!

Diagramm 6

Ziehen wir weitere Daten hinzu, lässt sich erkennen, dass auch der Entwicklungsstand ganzer Länder weit auseinander klafft. Was in Deutschland gar nicht mehr auffällt, da es so selbstverständlich erscheint, ist anderen Regionen ein absolutes Luxusgut: Es geht um Wasser, Lebensmittel, Energie und Konsumgüter. Eine Grafik der Frankfurter Allgmeinen Zeitung zeigte im Jahr 2014, dass ich in der Verteilung dieser Güter klare Muster herauslesen lassen:

Diagramm 8

Die Liste lässt sich fortsetzen …

Diagramm 7

Diagramm 3

Diagramm 2

Die Frage, ob sich unsere Welt in einem annehmbaren Zustand befindet, stellt sich also gar nicht erst. Sie lautet ganz anders: Wie können wir einen solchen Zustand erreichen?