Theorie: Die Macht des Einzelnen

Mit der Globalisierung sind viele Fortschritte einhergegangen, die unser Leben auf ein deutlich höheres Niveau gehoben haben: Ein weltweites Handelssystem; die Möglichkeit, problemlos andere Länder und Kontinente zu bereisen; Technologien, die weltweiten Austausch und eine deutlich bessere Informationspolitik ermöglichen; sowie ein weltweiter Wettbewerb, der die Qualität steigen und die Preise sinken lässt. Hast du die Einträge in diesem Blog verfolgt, sollte dir aber auch die Kehrseite dessen bewusst geworden sein: Bei der Entwicklung namens Globalisierung ist leider auch einiges schief gelaufen. Die Ursache dafür ist stets die Gleiche: Ein kleiner Teil der Menschheit hat sich an einen Lebensstil gewöhnt, der ganz einfach nicht tragbar ist. Ein Teil der Menschheit lebt auf Kosten der anderen – sowie dem Schicksal des ganzen Planeten.

An mehreren Stellen hat GLOBALIZED bereits aufgezeigt, dass jeder Einzelne maßgeblich am Entstehen dieser Probleme beteiligt ist. Vielleicht kaufst auch du Kleidung, die unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt wurde, oder isst so viel Fleisch, dass die Nutzung grausamer Schlachthäuser unumgänglich ist? Sicherlich verbrauchst auch du jeden Tag CO², dessen derzeitige Ausstoßmenge das Klima auf unserem Planten in eine gefährliche Schieflage gebracht hat. Und auch du verbrauchst Unmengen an Plastik, die schlussendlich im Ozean landen oder umweltschädlich verbrannt werden. All das sorgt dafür, dass sich existenzielle Systeme immer mehr in Gefahr geraten – seien es Meeresströmungen, die Ozonschicht oder natürliche Nahrungsketten. Nichts davon werden wir wieder reparieren können.

Zeit, etwas zu ändern!

Ziel von GLOBALIZED ist es, zu einer besseren Welt beizutragen – nennen wir sie globalisierte Welt 2.0. Viele Menschen rund um den Globus arbeiten an einer Verwirklichung dieser Vision, deren endgültige Gestalt niemand genau definieren kann. Das Prinzip ist aber klar: Die Errungenschaften der Globalisierung – Handel, Technik, kulturelle Zusammenarbeit – sollen genutzt, sowie den Fehlentwicklungen entgegengewirkt werden. Im Detail heißt das: Unser Lebensstil muss so angepasst werden, dass Ressourcen gerecht verteilt und nachhaltig genutzt werden, dass sich soziale Ungleichheiten deutlich verkleinern und wir unseren Glücksfall Erde nicht in einer grotesk kurzen Zeitspanne zerstören.

Wie das geschehen kann, ist in diesen Tagen ein viel diskutiertes Thema. Erfreulich ist, dass entsprechende Inhalte in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung und Aufmerksamkeit gewonnen haben. Reichen werden die derzeitigen Bemühungen aber noch lange nicht! Was im Endeffekt geschehen muss, ist theoretisch leicht darstellbar: Die menschliche Psyche muss sich grundlegend verändern. Heute ist es hin und wieder peinlich oder uncool, nachhaltig und umweltbewusst zu leben – dabei sollte es genau andersherum sein. Heute stehen bei Kaufentscheidungen Preis und Qualität Vordergrund – auch hier müssen sich die Prioritäten verschieben. Zuletzt sehen sich viele Menschen viel zu stark als Individuum anstatt als Teil eines großen Ganzen.

Was hast du zu tun?

Um diesen Wandel herbeizuführen, soll zunächst mit zwei häufig zu hörenden Thesen aufgeräumt werden. Erstens: Viele Menschen sind sich durchaus bewusst, dass gewisse Anpassungen in ihrem Alltag die globale Situation ein klein wenig verbessern könnten. Häufig bezweifeln sie allerdings, damit wirklich einen Unterschied ausmachen zu können: Was bringt es, jetzt mit dem Fahrrad zu fahren und auf das Auto zu verzichten, wenn es der Rest der Menschheit doch sowieso anders macht? In diesem Denken steckt zweifellos ein Funken Wahrheit, etwas Wichtiges wird jedoch oft übersehen: Mit entsprechendem Handeln kann man eine Vorbildrolle einnehmen. Und die ist immens wichtig.

Zweitens: Häufig wird behauptet, am Ende liege es an den großen Unternehmen und nicht am Einzelnen, ob der nötige Umschwung eingeleitet werden kann. Schauen wir uns auch hier die Fakten an: Sicherlich sind Konzerne für den Großteil des Plastikmülls, der CO²-Ausstöße und Kinderarbeit oder Ausbeutung verantwortlich. Aber: Die Unternehmen handeln jederzeit so, wie es das aktuelle Konsumverhalten erfordert. Besteht beispielsweise keine Nachfrage mehr nach in unter den derzeitigen Bedingungen in Südostasien hergestellten Kleidungsstücken oder Schuhen, werden auch deutlich weniger produziert werden. Würden alle Menschen ihren Fleischkonsum überdenken, wäre die Existenz von Schlachthäusern zur Massenproduktion plötzlich überflüssig. Und würden alle Menschen einen Stoffbeutel anstelle von Plastiktüten verwenden, würden die großen Supermärkte irgendwann auch keine mehr anbieten.

Wir halten fest: Schlussendlich liegt die Macht bei uns, dem Verbraucher. Wir sind der kleine Teil der Menschheit, der die gegenwärtige Schieflage verursacht, die auf GLOBALIZED beschrieben wird. Und wir sind die Einzigen, die das Ganze wieder gerade rücken können. Zwei Dinge kann jeder beitragen, um die Schaffung einer besseren Welt, der „globalisierten Welt 2.0“, zu ermöglichen:

1. Den eigenen Lebensstil überdenken und anpassen. Hierbei ist Aufklärung immens wichtig – informiere dich über das, was du Tag für Tag tust. GLOBALIZED ist dazu der perfekte Ort: Hier kannst du lernen, nachhaltiger zu leben und einfache Veränderungen vorzunehmen. Schau dich in den kommenden Monaten weiter in diesem Bereich („Deine Rolle“) um und versuche, den ein oder anderen Tipp umzusetzen.

2. Andere Menschen mitreißen. Bist du dir der Verantwortung unserer Generation bewusst, darf es dabei nicht bleiben. Du musst als Vorbild fungieren, dieses Wissen weitergeben! Wenn du siehst, wie andere Menschen egoistisch und unüberlegt handeln – äußere dein Unverständnis und versuche zu erklären, was du – von selbst, auf GLOBALIZED oder auf anderem Weg – gelernt hast. Dein Ziel sollte es sein, bei zwei anderen Menschen ein Umdenken zu erreichen.

Schaffen es einige Menschen, diese beiden Schritte umzusetzen, sind wir auf einem fantastischen Weg. Denn dann ist es plötzlich nicht mehr der Einzelne, der als einer von Milliarden etwas zu ändern versucht: Plötzlich sind es ganz viele Einzelne, wie ich gleich noch präzisieren werde. Und irgendwann werden auch die Konzerne auf diese Entwicklung reagieren müssen.

Wichtig ist das Ziel, mindestens zwei andere Menschen von einem nachhaltigen Lebensstil zu überzeugen (die Zahl ist natürlich nur ein Richtwert, es können gerne auch mehr sein!). Wie schnell sich diese „neue Psyche“, die ich oben als Ziel genannt habe, verbreiten kann, zeigt ein einfaches mathematisches Gedankenspiel: Sie selbst sind Person A, die meinem Vorschlag folgt, zunächst seinen eigenen Lebensstil überdenkt und dann zwei weitere Personen B von diesem Vorgehen überzeugt. Schon tragen drei Personen zum Schaffen einer besseren Welt bei ! Und dabei bleibt es nicht: Nach dem Modell überzeugen die Personen B zwei Personen C und diese wiederum zwei Personen D. In extrem kurzer Zeit kann sich das von einer Person angestoßene Umdenken in rasantem Tempo verbreiten. Und du kannst diese Kette anstoßen.

A
B B
C C C C
D D D D D D D D
E E E E E E E E E E E E E E E E

Eine Frage bleibt: Wie kannst du den Schritt gehen, die beiden Personen B zu überzeugen? Nun, dafür gibt es in unser globalisierten Welt reichlich Möglichkeiten. Eine davon nutze ich beispielsweise mit dem Aufbauen dieser Website. Aber es geht auch viel einfacher: Greifen Sie ein, wenn Sie im Urlaub mit Freunden, bei Familienfeiern oder auf der Arbeit auf Menschen treffen, deren Lebensstil sich noch verändern sollte. Jeder kann diese beiden Schritte gehen – und wirklich jeder kann einen großen Unterschied machen.