Thailand

Thailand ist DAS Reiseland schlechthin. Hier wirst wahrscheinlich mehr internationalen Backpackern begegnen als in jedem anderen Land der Erde! Der Grund dafür ist die Vielfalt, die sich in Thailand bietet: Von Regenwald überzogene Gebirge im Norden, die faszinierende Mega-City Bangkok im Zentrum sowie traumhafte Inseln im Süden, die weltweit einzigartige Strände und Unterwasserreviere bieten. Dazu kommt die fantastische Küche des Landes, ausgesprochen günstige Lebenserhaltungskosten und die ansteckende Freundlichkeit der Einheimischen. Doch auch das einstige Reiseparadies hat mittlerweile mit einigen Problemen zu kämpfen: Massentourismus und soziale Ungleichheiten schaden nicht nur den Einheimischen, sondern auch den Urlaubern.

GLOBALIZED bietet dir hier einen Überblick über Sehenswürdigkeiten und praktische Infos sowie Insidertipps, Hintergründe zu im Blog genannten Orten und eine Fotogalerie. Viel Spaß beim Entdecken!

Zu den Blogeinträgen geht es hier:

Der Weg nach Thailand – Fernverkehr und CO2

Bangkok – Gegensätze

Chiang Mai – Ein eigenes Versorgungssystem

Mae Sai / Donxao Island – Wildtierhandel

Koh Tao – Die Rolle der Ozeane

Krabi – Massentourismus

Koh Phi Phi – Die Plastik-Katastrophe

Lage

Thailand liegt direkt im Zentrum Südostasiens und eignet sich daher hervorragend als Startpunkt einer Rundreise. Der nördliche Teil des Landes grenzt im Westen an Myanmar, im Norden nach Laos und im Osten an Kambodscha (wohinter mit Vietnam direkt das zweitbeliebteste Backpacker-Land liegt). Der südliche Teil liegt auf der malaysischen Halbinsel (zwischen der Andamanensee im Westen und dem Golf von Thailand im Osten) und grenzt folglich im Süden an Malaysia.

Anreise und Transport

Die meisten internationalen Flüge landen auf dem riesigen Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi, der eine halbe Autostunde außerhalb des Zentrums liegt (aufgrund des Verkehrs oftmals auch über eine Stunde … ). Die Hauptstadt wird täglich aus verschiedenen europäischen Metropolen angeflogen. Zudem bieten viele günstige Airlines Direktflüge nach Krabi oder Phuket an (zwei der touristischen Zentren im Süden, von denen die berühmten Inseln und Strände nicht mehr weit entfernt sind).

Innerhalb des Landes ist der Bus Verkehrsmitteln Nummer eins. Die Busse sind modern, pünktlich, klimatisiert und gut ausgestattet – jeder Fahrgast erhält ein Getränk, mindestens einen Snack, ein Kopfkissen, eine Decke und teilweise sogar einen eigenen Fernsehbildschirm (ähnlich wie in einem Flugzeug). Knotenpunkt des Busnetzes ist Bangkok – von hier geht es in 8 Stunden (meistens über Nacht, Preis um die 20 Euro) nach Chiang Mai im Norden, in 2 Stunden nach Pattaya im Südwesten (10 Euro) und in 6-10 Stunden nach Chumphon (Ausgangspunkt für Fahrten auf die Inseln im Golf von Thailand), Krabi (Ausgangspunkt für Fahrten auf die Inseln in der Andamanensee) oder Phuket (die touristisch beliebteste Insel Thailands, die per Brücke mit dem Festland verbunden ist). Die Preise bewegen sich ebenfalls um die 20 Euro. Wenn du eine der Inseln anfahren willst, lohnt sich ein Kombiticket aus Nachtbus- und Fährfahrt. Die Fähren verkehren mehrmals am Tag und verkehren auch zwischen den Inseln (Koh Tao/ Koh Samui / Koh Phangan im Golf sowie Phuket / Koh Phi Phi und die vielen kleinen Inseln in der Andamanensee).

Von Bangkok kommst du zudem schnell und einfach nach Kambodscha (Busfahrt nach Siem Reap 6 Stunden, 20 Euro), von Hat Yai im Süden (erreichbar per Direktverbindung aus Bangkok, Phuket, Krabi und Chumphon) nach Malaysia (Busfahrt nach Kuala Lumpur 10 Stunden, 25 Euro) und Singapur. Bei einer Fahrt nach Süden (Malaysia / Singapur) stellt die Eisenbahn eine Alternative dar: Die Tickets sollten im Voraus gebucht werden, sind teurer als der Bus und wie alle Fahrkarten in Reisebüros (die in allen touristischen Zentren zu finden sind) oder unter https://12go.asia/ zu buchen.

Wann besuchen?

Thailand sollte als Fixpunkt einer Südostasienreise eingeplant werden. Die klimatischen Bedingungen unterscheiden sich je nach Region stark: In Bangkok ist das ganze Jahr über sonnig und unerträglich heiß (mindestens 30 Grad im Schatten!), in der Regenzeit von Mai bis Oktober fällt allerdings ungleich viel Niederschlag. Was davon angenehmer ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Im Norden (Chiang Mai und Regenwälder) ist die Regenzeit zur gleichen Zeit, allerdings fallen die Temperaturen hier leicht unter die 30-Grad-Marke und die Sonne scheint deutlich weniger. Im Süden regnet es im ganzen Jahr deutlich mehr, und nur zwischen Januar und März kannst du mit sonnigem Wetter planen (entsprechend voll ist es in dieser Zeit!). Zwischen Oktober und Dezember können die Regenfälle sowohl auf den Inseln im Golf als auch in der Andamensee so stark werden, dass die Fähren den Betrieb einstellen und Hotels, Restaurants und Tauchschulen schließen. Dafür ist es zu dieser Zeit deutlich leerer und die Preise niedriger.

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Thailands Strände werden oft als sonnenverwöhnte Paradiese beworben – in Wirklichkeit ist der Niederschlag allerdings extrem hoch!

Reisedauer

In Thailand kannst du sehr viel Zeit verbringen. Für Bangkok sollte man mindestens drei Tage einplanen, um sich an Klima und Dynamik der Stadt zu gewöhnen. Chiang Mai bietet an sich nicht viele Sehenswürdigkeiten; hier liegt es an den Ausflügen (s.u), wie viel Zeit du benötigst. So viel vorneweg: Eine Woche ist keinesfalls übertrieben! Für Pattaya reicht, wenn überhaupt, ein Abstecher von einem oder zwei Tagen aus, um einen Eindruck der Stadt zu erhalten. Die längste Zeit kannst du wenig überraschend im Süden verbringen – die Zahl der Inseln, Strände und Tauchspots ist extrem groß. Zwei Wochen sollte man mindestens einplanen, um die schönsten Orte zu sehen, aber auch ein ganzer Monat ist keinesfalls vermessen, wenn du auf einigen Inseln länger bleiben oder an einem Tauchkurs teilnehmen willst.

Übersicht

In der Mitte des Landes, am Nordzipfel des Golf von Thailand, liegt Bangkok. Die Hauptstadt gilt eine der spannendsten Metropolen weltweit, was vor allem an den zahlreichen Handelsviertelns, Nachtmärkten und Straßenständen liegt, die der Stadt eine ganz besondere Atmosphäre verleihen. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten zählen der Königspalast, die Luxus-Shoppingmeile im Stadtviertel „Siam“ und mehrere Tempel – in erster Linie der „Tempel des liegenden Buddha“. Auch die Aussicht von einem der zahlreichen Hochhäuser und eine Bootsfahrt auf dem Chao Phraya River solltest du dir nicht entgehen lassen. Rund einhundert Kilometer südöstlich der Hauptstadt befindet sich das berühmt-berüchtigte Pattaya, in dem insbesondere die Prostitution extrem präsent ist.

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Betrachten wir Bangkok als Fixpunkt, lässt sich der Rest des Landes klar in einen nördlichen und einen südlichen Abschnitt einteilen. Im Norden liegt Chiang Mai, das insbesondere als Ausgangspunkt für zahlreiche Ausflüge dient: Elefantencamps, Dschungel-Trekkings, Rafting- und Ziplinetouren oder Tagesfahrten nach Chiang Rai mit seinem Weißen Tempel. Von hier ist es nicht mehr weit zum „Goldenen Dreieck“, dem Grenzgebiet zwischen Thailand, Myanmar und Laos, das als Zentrum mehrerer Schwarzmärkte gilt. Hältst du dich länger in Chiang Mai auf, solltest du zudem einen der fantastischen Foodmärkte und einen Kochkurs besuchen, die hier besonders verbreitet sind. Zwischen Bangkok und Chiang Mai liegt zudem die alte Hauptstadt Sukotthai, die aufgrund ihrer Tempel einen Abstecher wert ist, aber nicht mit Angkor Wat in Kambodscha mithalten kann.

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Der Süden Thailands wird hingegen von paradiesischen Inseln und Stränden geprägt. Die einzige herausstechende Naturattraktion ist der Khao Sak Nationalpark, ein altes Dschungelgebiet, das nördlich von Krabi liegt und im Rahmen von Mehrtagestouren besucht werden kann. Die Zentren der Region sind Krabi an der Westküste und Surat Thani an der Ostküste. Hier, im vor der Ostküste liegenden Golf von Thailand, befinden sich die Inseln Koh Samui (ein großes, touristisch extrem überlaufenes Pauschaltourismusziel), Koh Phangan (das für seine ausschweifenden „Moonshinepartys“ bekannt ist) und Koh Tao. Letztere Insel lohnt sich vor allem für Freunde des Unterwassersports: Vor der Küste liegen einige der weltweit besten Tauch- und Schnorchelspots. Zudem lässt sich hier besonders günstig der eigene Tauchschein erwerben. Ich besuchte die deutsche Tauchschule „Rainbow Fish Divers“ und kann die dortigen Kurse absolut weiter empfehlen!

Hier geht´s direkt zur Website!

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Die Tauchschule „Rainbow Fish Divers“
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Am Sairee Beach von Koh Tao

Die größte aller Inseln ist Phuket, das nördlich von Krabi liegt, und ähnlich wie Koh Samui touristisch komplett überlaufen ist. Zwischen Krabi und Phuket befinden sich die Inseln Koh Lanta (die noch eine Art Geheimtipp ist) und Koh Phi Phi (bekannt aus dem Film „The Beach“). Südlich davon, in der Andamanensee, befinden sich mehrere Archipel, auf denen du wunderbar „Inselhopping“ betreiben kannst. In Krabi selbst lohnt eine Fahrt zum Railay Beach, der ein wahres Mekka für Felsenkletterer ist, ein Besuch des örtlichen Nachtmarkts, sowie eine Bootstour in die Phangan-Bucht.

sdr
Koh Phi Phi – landschaftlich herausragend
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Railay Beach

GLOBALIZED-Tipps

In Thailand findest du Spuren zahlreicher Fehlentwicklungen, die auf dieser Website näher beleuchtet werden. Mit den extremen sozialen Unterschieden (bei einem Besuch Bangkoks) und dem Massentourismus sowie all seinen Folgen (auf sehr vielen der Inseln im Süden) wirst du zwangsläufig konfrontiert werden. In Bangkok solltest du unbedingt eine Aussichtsplattform oder Skybar besuchen, um die nicht in Worte zu fassende Wucht und Dynamik der Mega-City von oben zu erleben. Willst du Zeuge des erschreckend offensichtlichen Wildtierhandels werden, musst du an die Grenzen nach Myanmar (Mae Sai / Tachilek) oder Laos (am besten Donxao Island) fahren. Die Organisation ist ohne Mietwagen nicht ganz einfach: Frag am besten in Chiang Mai in einem Reisebüro nach, welche Touranbieter einen Zwischenhalt an den dortigen Grenzmärkten anbieten. Ein Tauch- oder Schnorchelabenteuer ist genau wie ein Dschungeltrekking im Norden ein Erlebnis, bei dem du ungewöhnliche Einblicke in die Natur erhältst.

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Blick auf Bangkok vom Baiyoke Sky Tower
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Wildtierhandel auf Donxao Island

Übernachtung

Die Hostels sind wie in ganz Südostasiens hervorragend und günstig. Mehr als 15 Euro musst du für ein Bett im Schlafsaal nur in Ausnahmefällen zahlen. Gerade in den überlaufenen Regionen – Bangkok, Phuket oder Koh Phi Phi – sind die Unterkünfte allerdings stark auf Partygäste ausgelegt. Informiere dich also vorher entsprechend! Absolut empfehlen kann ich das „Eco Resort“ in Chiang Mai, das „Pop In Hostel“ in Ao Nang bei Krabi sowie das „Mellow Fellow“ in Bangkok.

Verpflegung

Die thailändische Küche ist weltbekannt. Ob Suppen, Frühlingsrollen, Curries, Pad Thai (gebratene Nudeln mit Ei) oder Papayasalat – die bekanntesten Gerichte bekommst du gefühlt an jeder Straßenecke. Und auch wenn es optisch manchmal schwer zu glauben ist: Am besten schmeckt es tatsächlich an den zahlreichen Straßenständeoder auf Nachtmärkten.

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Ein klassischer Nachtmarkt auf Koh Tao

 

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Das „Green Curry“ gehört zu den beliebtesten Gerichten der thailändischen Küche

Kosten

Realistisch ist ein Tagesbudget von 40-50 Euro: 15 Euro für eine Übernachtung, 10 für eine ausreichende Verpflegung (wobei beide Werte eher hoch angesetzt sind!) und 15-25 Euro für Busfahrten und Aktivitäten. Denn auch diese sind wirklich günstig: Ein Tagesausflug nach Chiang Rai mit Besuch des Goldenen Dreiecks kostet genau wie eine Bootstour nach Koh Phi Phi nicht einmal 30 Euro – und die Verpflegung ist inklusive!

Was sonst noch zu sagen ist

Wenn du diesen Blog verfolgst hast, wirst du von einigen Problemen in Thailand gelesen haben – und in der Tat sind Prostitution, Massentourismus, soziale Ungleichheit und Umweltverschmutzung sehr präsent. Es ist aber ohne Weiteres möglich, den Hauptteil seines Aufenthalts in „angenehmeren“ Regionen wie Chiang Mai oder ausgewählten Inseln (Koh Tao, Koh Lanta, Koh Muk) zu verbringen. Denn trotz allem sind Kultur, Küche und Landschaft des Landes weiterhin einzigartig und die Infrastruktur wirklich extrem fortschrittlich!

sdr
Der Massentourismus ist präsent, kann aber umgangen werden

Bei Fragen: Melde dich gerne über oli.becht@web.de