Teil 3 – Haushalt

Im Theorieteil dieser Reihe habe ich zwei Schritte benannt, die jeder Einzelne zur Schaffung einer nachhaltigen, fairen und zukunftsfähigen Gesellschaft beitragen kann: Erstens, den eigenen Lebensstil kritisch zu hinterfragen und die nötigen Anpassungen vorzunehmen; zweitens, andere für diesen Weg zu begeistern und das richtige Handeln vorzuleben. Die wichtigste Frage wurde bislang allerdings noch nicht beleuchtet: Wie kann dieser nachhaltige Lebensstil im Detail aussehen? In diesem Bereich der Website werden daher in den nächsten Monaten mehrere Artikel erscheinen, die jeweils einen Aspekt unseres täglichen Lebens beleuchten und mögliche Anpassungen vorschlagen. Du wirst sehen: Das Ganze ist viel simpler, als du es dir vielleicht vorgestellt hast!

In vielen Lebensbereiche muss beim Bau der „globalisierten Welt 2.0“  angesetzt werden – die wichtigsten davon werden in diesem Teil der Website vorgestellt. Wahrscheinlich am Wichtigsten ist dabei der eigene Haushalt: Hier werden Tag für Tag Unmengen an Wasser, Energie und anderen  wichtigen Ressourcen verbraucht. Was auf den ersten Blick nach einem Problem klingt, soll in diesem Artikel als Lösungsansatz dienen: Gelingt es uns, in der breiten Öffentlichkeit einen nachhaltigen Haushalt zu etablieren, haben wir eine riesige Einsparungsquelle gefunden!

Die aktuelle Situation

Über sieben Milliarden Menschen leben im Jahr 2018 auf dem Planet Erde – und all diese Menschen verbrauchen Ressourcen, deren Menge sich leider nicht proportional zur Bevölkerungszahl verhält. Erschwert wird die Situation, dass viele Rohstoffe beinahe vollständig aufgebraucht sind, durch den bei uns praktizierten Lebensstil: Insbesondere in Europa, den USA und Teilen Asiens werden so viel Wasser und Energie verbraucht, dass es unmöglich ist, gleichzeitig die komplette Weltbevölkerung angemessen zu versorgen. Das Ganze kannst du dir ähnlich wie das Ernährungsungleichgewicht vorstellen: Unser Planet hält (noch) genug Nahrung für alle Menschen bereit, die Ressourcen werden allerdings nicht richtig verteilt! Wenn ein kleiner Teil der Weltbevölkerung deutlich mehr verbraucht, als ihr zusteht, gerät das globale Gleichgewicht zwangsläufig in Schieflage.

Der Begriff Haushalt, der im Folgenden thematisiert wird, ist sehr weitfassend: Auch die Bereiche der Ernährung (zum entsprechenden Bericht geht es hier), des Konsums (Bericht folgt) und der Mode (Bericht folgt) spielen eine Rolle, sollen in diesem Artikel aber nicht näher beleuchtet werden. Schauen wir uns stattdessen zwei Möglichkeiten an, die angesprochenen Einsparungsquellen zu nutzen: Die Verringerung des Energieverbrauchs sowie die Verringerung des Wasserverbrauchs. Warum dieser Schritt unumgänglich ist, zeigt ein Abriss der Probleme, die wir mit unserem derzeitigen Lebensstil verursachen.

Energieverbrauch

Durch steigende Bevölkerungszahlen und den technischen Aufschwung verbrauchen wir immer mehr Energie. Das hat weitreichende Folgen für das Schicksal unseres Planeten:

  • Zahlreiche Ressourcen gehen zur Neige
  • Energieerzeugung und -bereitstellung erfordert häufig schwerwiegende Eingriffe in die Natur; sei es beim Bau von Windparks und Solarfeldern, der Konstruktion von Pipelines und Hochspannleitungen oder der Förderung von Erdöl
  • Energieproduktion verursacht hohe Treibhausgasausstoße (deren Folgen hier näher beleuchtet werden)
  • Die hohe Nachfrage bietet einen Markt für Hersteller von Atom- oder Erdgasenergie: Die Folgen bei niemals auszuschließenden Unglücken konnte in den letzten Jahren mehrmals verfolgt werden

Wasserverbrauch

97 Prozent des auf der Erde verfügbaren Wassers ist salzig, gerade einmal ein Prozent ist für die Menschen trinkbar. Da immer mehr Menschen auf diese geringe Menge zugreifen wollen, wird die Situation immer prekärer. Durch die globale Erwärmung (und somit fehlenden Niederschläge) sowie die Wasserverschmutzung durch industrielle Abfälle und mangelhafte Müllentsorgung wird die verfügbare Menge sogar noch geringer! Weiterhin gilt:  Wird in einem Teil der Erde zu viel Wasser verbraucht, bleibt der andere auf der Strecke.

  • Jeder sechste Mensch leidet an Wassermangel
  • Zahlreiche Menschen und Tiere sterben an Trinkwassermangel, Ökosysteme trocknen aus, Desertifikation wird verursacht
  • In vielen Regionen der Menschheit besteht kein Zugang zu sanitären Einrichtungen und keine Möglichkeit zum Waschen seiner Kleidung
  • Das fehlende Wasser hat nicht nur direkte Folgen: In betroffenen Regionen ist die Bewirtschaftung von Feldern kaum noch möglich, was häufig zu akutem Nahrungsmangel führt

Die Zukunft

Die Voraussetzungen sind klar: Wir haben nur eine bestimmte Wassermenge zur Verfügung, die möglichst gerecht verteilt werden muss. Und die Ressourcenknappheit hat solche Ausmaße erreicht, dass der Ausbau erneuerbarer Energien weiter forciert werden muss (wo wir tatsächlich auf keinem schlechten Weg sind). Um auch in unterentwickelten Regionen zukünftig den Energie- und Wasserbedarf decken zu können, muss massiv an der dortigen Infrastruktur gearbeitet werden: Hier sind Visionäre und Querdenker gefragt. Die Aussichten stehen gut: Der technische Aufschwung eröffnet ganz neue Möglichkeiten, die entscheidend zur Problemlösung beitragen werden.

Was können wir, die Gesellschaft, ändern?
Alles! Wir können alles ändern. Wirklich.

Deine Rolle

Sinn haben all diese Überlegungen nur, wenn wir das oben beschriebene Problem in den Griff bekommen: Den viel zu hohen Energie- und Wasserverbrauch in vielen Ländern, beispielsweise Deutschland. Und hier ist jeder Einzelne gefragt, die Einsparungspotenziale in seinem Haushalt zu nutzen! Schaffen wir das, ist der Weg für eine positive Zukunft frei.

Energieverbrauch

  • Heize nur, wenn es wirklich nötig ist. Jedes eingesparte Grad hilft! Experten empfehlen, eine Wohnungstemperatur zwischen 18 und 20 Grad anzustreben. Verzichte darauf, die Heizung voll aufzudrehen, um möglichst schnell eine hohe Temperatur zu erreichen! Zudem sollte selbstverständlich nur geheizt werden, wenn das Haus auch genutzt wird. Während dem Urlaub zu heizen, um es bei der Heimkehr warm zu haben, ist absoluter Unsinn.
  • Vermeide bei elektronischen Geräten den Standby-Modus (der nicht nur Energie, sondern auch hohe Kosten verursacht!). Dass es schneller geht, den Fernseher oder das Smartphone wieder nutzen zu können, darf kein Argument sein. Noch schädlicher ist es natürlich, den Fernseher gleich direkt anzulassen! Eine Lösung können abschaltbare Steckerleisten sein, mit denen du nicht jedes Gerät einzeln ausschalten musst.
  • Eine Kühltruhe verbraucht weniger Energie als ein Gefrierschrank, da beim Öffnen weniger Luft entweicht. Folglich ist weniger Energie nötig, um die Temperatur erneut herunterzukühlen
  • Achte beim Kauf von Haushaltsgeräten auf die Effizienzklasse: Diese gibt an, welchem Maß das Gerät Strom einspart. Effizienzklasse A entspricht schon länger nicht mehr den höchsten Standards; zu empfehlen sind die Klassen A+, A++ und A+++ (auch hier gilt: Gibt es für Geräte mit hohem Energieverbrauch keinen Markt mehr, werden diese auch nicht mehr produziert werden)
  • Lüfte effizient: Öffne deine Fenster für einige Minuten komplett, anstatt sie stundenlang gekippt zu lassen (das gilt auch über Nacht!)
  • Auch in der Küche verbirgt sich Einsparungspotenzial: Benutze einen Schnellkochtopf, koche gleich für mehrere Tage (Das Aufwärmen verbraucht logischerweise weniger Energie als erneutes Kochen!), öffne den Ofen bei Benutzung möglichst selten (es muss jedes Mal Energie aufgewendet werden, um erneut die gewünschte Temperatur zu erreichen) und nutze einen Wasserkocher – dieser erhitzt das Wasser schnell und effizient
  • Ersetze gewöhnliche Glühlampen durch Energiesparlampen. Diese verbrauchen nur etwa ein Fünftel des Stroms!
  • Steige auf Ökostrom um. Dieser ist oftmals sogar günstiger und wird von zahlreichen Anbietern (u.a Lichtblick Strom, und greenpeace Energy, aber auch immer mehr bekannten Konzernen) in ganz Deutschland angeboten.

Wasserverbrauch

  • Duschen statt Badewanne – denn beim Baden verbrauchst du etwa viermal so viel Wasser! Dusche möglichst kurz und stelle das Wasser beim Einseifen aus
  • Installiere einen Sparduschknopf: Hier wird dem Wasserstrahl Luft beigemischt, sodass pro Minute bis zu 250 Prozent weniger Wasser verbraucht wird. Auch beim Waschen am Waschbecken und beim Zähneputzen sollte das Wasser nur laufen, wenn es wirklich benötigt wird
  • Vermeide unbedingt tropfende Wasserhähne! Am Tag verschwendest du so bis zu vierzig Liter Wasser pro Hahn
  • Bestimmte die benötigte Wassermenge, wenn du einen Wasserkocher benutzt. Viele Menschen erhitzen in der Regel so viel, dass die Menge auf jeden Fall ausreicht – und das ist absolute Energieverschwendung
  • Ziehe einen Geschirrspüler dem Abwasch von Hand vor – dieser verbraucht rund 400 Prozent mehr Wasser! Diese Einsparung wirkt stärker als der gleichzeitige Energieverbrauch, der bei modernen Geräten relativ niedrig ist.
  • Auch beim Waschen ist die Nutzung einer Maschine zu empfehlen. Wasche dein Auto zudem in einer öffentlichen Waschanlage – hier wird das benutzte Wasser größtenteils wiederverwendet
  • Überdenke die Installation einer Regenwassernutzungsanlage: Diese sammelt das Regenwasser, leitet es in einen Tank und versorgt von dort die Waschmaschine oder Toilette. Auch zum Gießen von Pflanzen kann Regenwasser verwendet werden.

 

An die Arbeit!

 

Fortsetzung folgt: #4 Kleidung