Malaysia

Ein wenig zu Unrecht steht Malaysia noch immer im Schatten seiner Nachbarländer – Thailand, Indonesien oder Vietnam sind bei Backpackern in der Regel deutlich angesagter. Das ist erstaunlich, erwarteten dich im  „Schmelztiegel der Kulturen“ doch die wohl authentischsten Erlebnisse deiner Südostasienreise. Ein angenehmes Preisniveau, hervorragende Hostels und Busverbindungen sowie das fantastische Essen aus ganz Asien machen Malaysia zudem zum perfekten Reiseland für Einsteiger.

GLOBALIZED bietet dir hier einen Überblick über Sehenswürdigkeiten und praktische Infos sowie Insidertipps, Hintergründe zu im Blog genannten Orten und eine Fotogalerie. Viel Spaß beim Entdecken!

Zu den Blogeinträgen geht es hier:

Georgetown – Kulturen und Potenziale
Kuala Lumpur – Fortschritt vs. Gott?
Putrajaya – Wandel der Architektur (2/2) (folgt im Februar 2018)
Tamen Negara – Der Menschenzoo im Dschungel (folgt im Februar 2018)

Lage: Malaysia gliedert sich in zwei voneinander isolierte Teile: Zwischen Singapur und Thailand liegt der weitaus bekanntere Abschnitt mit der Hauptstadt Kuala Lumpur, den touristisch erschlossenen Inseln und den Cameron Highlands (Westmalaysia), auf der Insel Borneo hingegen der landschaftlich deutlich schönere Teil (Ostmalaysia): Hier findest du den Gunung Mulu Nationalpark mit dem größten Höhlensystem der Welt sowie den Mount Kinabalu, Südostasiens höchsten Berg. Aufgrund der politischen Situation wird von einem Besuch dieser Gegend jedoch derzeit abgeraten.

Anreise und Transport: Internationale Flüge landen ausnahmslos in Kuala Lumpur. Von hier sind alle anderen Ziele Südostasiens hervorragend erreichbar, beispielsweise werden täglich Inlandsflüge nach Penang oder Borneo angeboten. Bist du bereits in Südostasien unterwegs, bietet sich sowohl aus Singapur (5 Stunden, 15 Euro nach Kuala Lumpur) als auch Bangkok (20 Stunden, 25 Euro nach Georgetown) Busfahrten an. Auch in Malaysia selbst ist das Netz überraschend gut ausgebaut, zwischen Georgetown, Cameron Highlands, Kuala Lumpur und Melaka verkehren mehrere Busse am Tag. Mit der Eisenbahn kannst du auf der Strecke Singapur – Kuala Lumpur – Butterworth (von wo du per Fähre nach Penang / Georgetown übersetzen kannst) verkehren: Hier sollten Tickets allerdings einige Tage im Voraus bestellt werden. Tickets für alle Verkehrsmitteln kannst du hier buchen.

Wann besuchen? Es liegt auf der Hand, Malaysia als Teil einer Südostasienreise zu erkunden. Das Klima ändert sich über das ganze Jahr kaum, die Höchsttemperaturen liegen stets zwischen 25 und 30 Grad Celsius. Im November und Dezember regnet es etwas mehr, dafür sind die Attraktionen und Unterkünfte aber auch deutlich günstiger und leerer!

Reisedauer: Für Kuala Lumpur und Georgetown solltest du jeweils mindestens zwei Tage einplanen, für Melaka einen. Auf den Inseln sowie den Nationalparks im Inneren hat man an einem Tag zwar alles gesehen, die schöne Umgebung lädt aber auch zu einem längeren Aufenthalt an. Da die Busfahrten zudem recht lange sind, solltest du für Malaysia insgesamt rund zwei Wochen einplanen.

Übersicht: Ganz im Norden liegen die bekannten Urlaubsinseln: Vor der Westküste Langkawi und Penang (mit der Weltkulturerbestadt Georgetown), vor der Ostküste die Perhentian-Inseln. Über die ehemalige Hauptstadt Ipoh gelangst du in die Cameron Highlands, die sich in der Mitte des Landes befinden. Weitere zweihundert Kilometer im Süden liegt Kuala Lumpur und seine Schwesterstadt Putrajaya. Etwas weiter im Osten erstreckt sich der Tamen Negara Nationalpark, der per Bus und Boor an einem halben Tag erreicht werden kann. Ganz im Süden des Landes liegt schließlich noch Melaka, ehe Singapur den Südzipfel der Region bildet

Sehenswürdigkeiten: Die Hauptstadt Kuala Lumpur (Extrabericht folgt) kann weder kulturell noch architektonisch mit Bangkok oder Singapur mithalten – dennoch solltest du hier mindestens zwei Tage einplanen. Die markanten Petrona Towers, der Berjaya Times Square (das größte Einkaufszentrum der Welt!) mit einem großen Indoor-Freizeitpark und das Museum für Islamische Kunst sind definitiv einen Besuch wert. Unbezahlbar ist zudem der Blick vom KL Tower, der sich – anders als die Aussichtstürme in den benachbarten Metropolen – im Zentrum der Stadt befindet. Ein lohnenswerter Tagesausflug führt in den dreißig Kilometer entfernten Regierungssitz Putrajaya – wo sich grandiose Architektur und fehlerhafte Stadtplanung begegnen. Ebenfalls einen Besuch lohnen die Batu Caves – hinduistische Tempel im Inneren beeindruckender Höhlen – und die Genting Highlands, ein Freizeitzentrum voller Hotels, Vergnügungsparks und Casinos. Hier steht unter anderem das größte Hotel der Welt: Das First World Hotel besitzt ganze 7351 Zimmer!

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Blick vom KL Tower – ein Besuch ist insbesondere abends zu empfehlen
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Die Petrona Towers mit ihrer markanten Panoramabrücke
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In diesem Gebäude befindet sich das größte Einkaufszentrum der Welt – der Berjaya Times Square
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Im Inneren erwartet dich unter Andrem dieser Freizeitpark mit Loopingachterbahn
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Putrajaya überzeugt mit futuristischer Architektur
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Zu den schönsten Gebäude gehört diese moderne Moschee
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Die Stadt liegt zwischen großen Seen, die von sehenswerten Brücken überspannt werden

Das authentische Malaysia erlebst du in Ipoh, einer gemütlichen Stadt ohne große Sehenswürdigkeiten. Hier lässt sich gut ein Stopp auf der Fahrt zwischen Kuala Lumpur und Georgewown einlegen. Nicht verpassen solltest du zwei UNESCO-Weltkulturerbestädte: Georgetown (Extrabericht folgt) und Melaka. Erstere, Hauptstadt der Insel Penang, überzeugt durch ihre einzigartige kulturelle Vielfalt, die eine einzigartige Stimmung erzeugt – authentische Märkte, fantastisches Streetfood-Essen und eine hübsche Altstadt inklusive. In Melaka kannst du hautnah spannende Kolonialgeschichte erleben.

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Georgetown
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Am Abend bieten Straßenstände Essen aus ganz Asien an

Landschaftlich sticht der westliche Teil Malaysias bis auf zwei Ausnahmen nicht heraus: Zu nennen sind einerseits die Cameron Highlands, die für den Teeanbau bekannt sind. Hier kannst du wandern, verschiedene Obstplantagen besichtigen und bei dem angenehmen Klima (im Durchschnitt ist es zehn Grad kälter als im Rest des Lands!) die Seele baumeln lassen. Der Ausflug in den Tamen Negara Nationalpark (Extrabericht folgt), den ältesten Regenwald der Erde, hat währenddessen noch immer ein wenig Expeditionscharakter: Drei Stunden lang fährst du per Boot durch eine menschenverlassene Gegend, ehe du die Hotelansammlung am Rand des Nationalparks erreichst. Hier kannst du den Dschungel auf dem Baumwipfelpfad oder einer Nachtwanderung erleben oder einen Bootsausflug in die nahe Orang-Asli-Siedlung unternehmen – das Zuhause der Ureinwohner.

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Mit dem Boot geht es in den Tamen Negara Nationalpark
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Der 500 Meter lange Baumwipfelpfad ist deutlich höher als vergleichbare Anlagen in Europa
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Bei einem Nightwalk können unter Anderem solche Schlangen entdeckt werden
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Beim Besuch in der Orang-Asli-Siedlung wird einem die Kultur der Ureinwohner nähergebracht

Auch für Erholungssuchende hat Malaysia etwas zu bieten: Die Perhentian-Inseln ziehen in erster Linie Tauch- und Schnorchelfans an, während Langkawi deutlich touristischer ist. Hier kannst du unter Anderem eine markante Hängebrücke und eine spektakuläre Seilbahn erleben. Kulturell oder landschaftlich kann die Insel nahe der thailändischen Grenze aber nicht überzeugen.

GLOBALIZED-Tipps: Eine traurige Erfahrung ist die Bootsfahrt in die Orang-Asli-Siedlung im Tamen Negara – welche ich im Blog als „Menschenzoo“ bezeichnet habe. Kuala Lumpur ist ähnlich wie Bangkok eine Stadt voller Gegensätze, während die Schwesterstadt Putryjaya die Gefahren dominanter Stadtplanung und Kehrseiten moderner Architektur aufzeigt. Ein tolles Erlebnis ist der Besuch in Georgetown oder Ipoh – hier hat der Westen die heimischen Traditionen noch nicht verdrängen können. Zudem leben zahlreiche Kulturen und Religionen friedlich auf engstem Raum.

Übernachtung: Die Hostels sind wie in ganz Südostasiens hervorragend und günstig. Mehr als 15 Euro musst du für ein Bett im Schlafsaal nur in Ausnahmefällen zahlen. Mein Spezialtipp ist ein solcher: Im Tuxedo KL Hostel in Kuala Lumpur kostet das Bett im Viererzimmer 30 Euro – aber du hast kostenlosen Zugang zu einem Infinity-Pool im 37. Stock, das eine atemberaubende Aussicht bietet. Die Außenwände der Zimmer  sind zudem verglast, sodass du aus dem Bett auf die beleuchtete Stadt schauen kannst.

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Blick aus einem Zimmer des Tuxedo KL Hostels
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Im 37. Stock erwartet dich dieser Infinity-Pool

Verpflegung: Malaysia gilt als „Schmelztiegel der Kulturen“ – und das zeigt sich auch beim Essen. Hier kannst du die Höhepunkte der asiatischen Küche erleben, ob thailändisches, indisches oder vietnamesisches Essen. Unbedingt probieren solltest du Nasi Lemak, bei dem in Kokosmilch gegarter Reis in Bananenblätter eingewickelt wird. Ebenfalls zu empfehlen sind die einheimischen Currys: Diese werden gemeinsam mit Brot, Salaten und Reis serviert. Kurz und knapp: Malaysia bietet das beste Essen in ganz Südostasien.

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Alleine wegen des Essens lohnt sich ein Abstecher nach Malaysia

Kosten: Malaysia ist neben Kambodscha wohl das günstigste Reiseland Südostasiens. Für eine Übernachtung, die Verpflegung an einem Tag oder eine lange Busfahrt mehr als fünfzehn Euro zu bezahlen, ist bei guter Planung und angemessenen Ansprüchen nahezu unmöglich. Da viele Sehenswürdigkeiten auch noch kostenlos sind und selbst der Ausflug in den Tamen Negara Nationalpark oder der Eintritt in Indoor-Freizeitpark des Berjaya Times Square verschwindend gering ist, brauchst du dir wirklich keine Sorgen zu machen.

Was sonst noch zu sagen ist: Dieser Bericht dreht sich im Wesentlichen um den westlichen Teil Malaysias. Sollte sich die politische Situation auf der anderen Hälfte ändern, solltest du auch diese unbedingt besuchen – alleine wegen dem gigantische Gunung Mulu Höhlensystem.

Bei Fragen: Melde dich gerne über oli.becht@web.de