Kuala Lumpur

Übersicht

Malaysias Hauptstadt ist eine Stadt der Extreme. Futuristische Gebäude und verfallene Armenviertel, Gotteshäuser und moderne Forschungszentren, verstopfte Straßen und weitläufige Grünflächen, zahlreiche Großbaustellen – Kuala Lumpur befindet sich stärker denn je im Wandel. Die Stadt bietet für Touristen zahlreiche lohende Attraktionen, bietet sich aber auch als Ausgangspunkt für Ausflüge nach Putrajaya, in den Tamen Negara Nationalpark oder die Genting Highlands an. Die Preise sind günstig und das Essen gut – plane auf deiner Asienrundreise also für Kuala Lumpur mindestens zwei Tage ein.

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Malaysias Hauptstadt wächst immer weiter

Lage und Anfahrt

Kuala Lumpur (KL) liegt im Zentrum Westmalaysias, 300 Kilometer nördlich von Singapur und 400 Kilometer südlich von Butterworth / Penang. Die Hauptstadt ist aus allen Teilen Malaysias (bis auf den derzeit politisch instabilen Teil auf der Insel Borneo) hervorragend per Bus zu erreichen – und die Busse sind modern, schnell sowie wirklich günstig. Lässt du dich nicht über den Tisch ziehen, wirst du nie mehr als 20 Euro für ein Ticket zahlen. In der Regel sind auch noch mindestens ein Getränk und ein Snack inklusive! Tickets bekommst du sowohl im Internet (am besten hier) als auch in nahezu jedem Reisebüro, die du in allen touristisch Städten findest. Alternativ bietet sich die Anreise per Zug an: Kuala Lumpur liegt auf der hochfrequentierten Strecke Singapur-Butterworth-Bangkok, die ebenfalls überraschend günstig genutzt werden kann. Hier empfiehlt sich eine Buchung mehrere Tage im Voraus. Wenn du in KL angekommen bist, wirst du dich wahrscheinlich erst einmal umsehen: Der Hauptbahnhof befindet sich unterhalb eines riesigen Einkaufszentrums; der futuristische, an einen Flughafen erinnernde Busbahnhof liegt rund zehn Kilometer außerhalb des Zentrums – wo erst einmal rein gar nichts an eine Großstadt erinnert! Um in die Innenstadt zu gelangen, nimmst du am besten den Flughafen-Express (KLIA Express); der Busbahnhof liegt auf halber Strecke und ist die letzte Zwischenhaltestelle. Das Ticket in die Stadt ist wirklich günstig (ca. 3 Euro)

Transport

Drei Möglichkeiten bieten sich an: Die Nutzung des Skytrains, der auf vielen Strecken tolle Ausblicke auf die Stadt bietet (insbesondere die Strecke Berjaya Times Square – Petrona Twin Towers ist wirklich beeindruckend) und ständig weiter ausgebaut wird. Die Tickets sind günstig, das Streckennetz erscheint allerdings nicht so durchdacht wie beispielsweise in Singapur – häufig muss man selbst auf kurzen Fahrten so oft umsteigen, dass ein Fußweg die bessere Alternative ist. Wenn du dir die Mühe machen willst, das komplizierte Busnetz in Angriff zu nehmen, kommst du sogar kostenlos voran: Der GO-KL-Citybus bringt dich kostenlos zu nahezu alle wichtigen Sehenswürdigkeiten der Mega-City (das Streckennetz findest du hier) Und zuletzt kann auch eine Taxifahrt ins Auge gefasst werden, sollte die Zeit einmal knapp werden: Wenn der Fahrer wie vorgeschrieben das Taximeter verwendet, wirst du über den Fahrpreis positiv überrascht sein.

Übernachtung

Wie in allen südostasiatischen Großstädten reicht die Auswahl von teuren Luxushotels bis zu günstigen Backpacker-Hostels – man bekommt das, wofür du bezahlst! Zwei Unterkünfte kann ich dir wärmstens empfehlen: Das Mingle Hostel, das ich in perfekter Lage direkt am Rand von Chinatown befindet, ist in altes Anwesen hineingebaut, das von außen wie ein verfallenes Gruselkabinett aussieht – im Inneren überzeugt das Hostel dann aber mit äußerst modernen Zimmern, deren Betten jeweils mit Vorhang und Steckdose ausgestattet sind (was beides keine Selbstverständlichkeit ist!) Zudem kannst du auf einer netten Dachterrasse mit hauseigener Bar den Abend ausklingen lassen. Auf keinen Fall entgehen lassen solltest du dir eine Übernachtung im Tuxedo KL Hostel: Im 23. Stock eines Hochhauskomplexes hat im letzten Jahr diese luxuriöse Unterkunft eröffnet – mit 30 Euro ist die Nacht zwar etwas teurer, du hast aber Zugang zu einem verglasten Balkon sowie dem fantastischen Infity-Pool im 31. Stock! Der heimliche Höhepunkt sind dann aber die Betten, aus denen du nachts direkt auf die beleuchtete Skyline Kuala Lumpurs blicken kannst. Vergiss nur nicht, früh genug zu buchen (am besten über Hostelworld) – das Tuxedo KL hat nur zwei Zimmer mit je vier Betten.

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Das Mingle Hostel von außen
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In diesem Komplex befindet sich das Tuxedo KL Hostel
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Der Blick aus den Schlafzimmern!
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Und im 32. Stock hast du Zugang auf die Dachterrasse mit Infinity-Pool

Essen

Die Auswahl ist wie in ganz Malaysia hervorragend – von Straßenständen über Garküchen bis zu hochklassigen Restaurants. Günstiges Essen bekommst du rund um den Berjaya Times Square und in Chinatown, zudem bieten mehrere Malls wirklich gute Food-Courts an (siehe „Geheimtipps“). Zwischen KL Tower und den Twin Towers schießen immer mehr internationale Gourmet-Tempel aus dem Boden, die allerdings deutlich teurer sind. Unbedingt probieren solltest du das einheimische Essen!

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Im ganzen Land wird das Essen traditionell auf Bananenblättern serviert

Sehenswürdigkeiten

Petrona Twin Towers

Das berühmte Doppelhochhaus mit Panoramabrücke in zweihundert Metern Höhe schaust du die am besten abends an, wenn die Fassade effektvoll beleuchtet wird. Im KL Park, auf der Rückseite des Gebäudes, findet bei Anbruch der Dunkelheit täglich eine illuminierte Wassershow statt. Diese kann zwar nicht mit den großen Ausgaben in Singapur oder Dubai mithalten, bietet in Verbindung mit der spektakulären Umgebung aber eine wirklich nette Abendunterhaltung! Die Skybridge der Tower kann auch von innen besichtigt werden: Am Tag werden rund 900 Besucher in den Turm gelassen; die Tickets kosten etwa 20 Euro. Die eindeutig bessere Aussicht hast du aber vom rund einen Kilometer entfernten KL Tower (s.u.)! Einen kurzen Besuch lohnt das luxuriöse Einkaufszentrum im Bauch des Gebäudes, in dem du in äußerst kurzer Zeit extrem viel Geld ausgeben kannst. Sehr beeindruckend ist der Supermarkt am Ausgang zum KL Park, der in Sachen Frische und Präsentation Maßstäbe setzt.

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Die Petrona Twin Towers mit ihrer markanten Panoramabrücke
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Die kostenlos zugängliche Lichtershow

KL Tower

Der kleine Nachbar der Petrona Towers ist „nur“ 421 Meter hoch – hier befindet sich die Aussichtsplattform aber auf fast 300 Metern Höhe und somit deutlich höher als der berühmte Zwischengang! Der Eintritt ist variabel, je nachdem, ob du nur die Terrasse oder auch die schwindelerregende Skybox betreten willst – hier stehst du in einem verglasten Zimmer 300 Meter über der Großstadt. Das Kombiticket kostet fast 25 Euro – was wirklich viel ist; es lohnt sich aber und ist die einzige wirklich teure Attraktion der Stadt.

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Blick vom KL Tower nach Norden (in der Mitte die Twin Towers) …
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… und nach Osten

Berjaya Times Square

Am Rand von Chinatown streckt sich der Berjaya Times Square in die Höhe – das derzeit größte Einkaufszentrum der Welt. Die Inneneinrichtung und Auswahl der Läden überzeugen eher durch Quantität als Qualität; dennoch ist es äußerst beeindruckend, durch die zehn Stockwerke zu flanieren und das Treiben zu beobachten. Neben hunderten Geschäften bietet die Mall ein breites Angebot an Restaurants und Unterhaltungsmöglichkeiten: Mehrere Kinos, Escape Rooms, Glücksspielhallen und sogar ein Indoor-Freizeitpark warten auf dich: Über drei Stockwerke zieht sich eine bunte Fantasiewelt mit in erster Linie für Kinder ausgelegten Fahrgeschäften. Doch alleine für die Hauptattraktion lohnt sich auch für Ältere der mit rund 15 Euro wirklich faire Eintrittspreis: „Supersonic Odyssey“, eine 30 Meter hohe Achterbahn mit mehreren Inversionen, ist selbst in der weltweiten Freizeitparkszene ein Begriff. Alleine die Konstruktion auf engstem Raum nötigt großen Respekt ab.

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Das größte Einkaufszentrum der Welt
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Die Achterbahn …
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windet sich durch den kompletten Vergnügungspark

Nationalmoschee

In der Nähe des Hauptbahnhofs steht seit 1965 die riesige Nationalmoschee, die bis zu 15.000 Gläubigen gleichzeitig als Gebetsort dient, aber (bei entsprechender Kleidung, also langer Hose, einem angemessenen Oberteil und geschlossenen Schuhen) auch von Touristen besichtigt werden kann.

Islamic Arts Museum

Im nicht allzu schönen Botanischen Garten, der eher als Kulisse mehrerer Freizeitattraktionen dient (neben dem Museum unter Anderem einen Vogelpark und eine Sternwarte, die sich aber nicht von europäischen Pendants abheben), steht das Islamic Arts Museum, das vor allem architektonisch sehr beeindruckend ist. Die Ausstellung liefert einen guten Überblick zur Welt des Islams, geht auf Geschichte, Bräuche und Verbreitungsgebiete an und zeigt Gemälde, Töpferware sowie andere Kunstwerke. Besonders beeindruckend sind die detaillierten Nachbauten zahlreicher Moscheen aus der ganzen Welt. Der Eintritt beträgt rund 5 Euro, das Museum kann vom Hauptbahnhof oder der KL City Hall fußläufig erreicht werden.

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Das schicke Islamic Arts Museum

KL City Gallery

In erster Linie versteckt sich in dem historischen Gebäude ein gigantischer Souvenirshop mit Touristeninformation – im Obergeschoss wurde in den letzten Jahren allerdings eine kleine Ausstellung aufgebaut, die mit einem 10 mal 20 Meter großem Miniaturmodell der Stadt einen echten Höhepunkt bietet. Alle zehn Minuten findet in dem abgedunkelten Raum eine Lichtershow statt, die auf Geschichte und Zukunftsvisionen Kuala Lumpurs eingeht. Der Eintritt kostet auch hier rund fünf Euro, ein Teil davon kann als Wert-Coupon im Souvenirshop eingelöst werden.

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Das Gebäude von außen – rechts siehst du eins der beliebtesten Fotomotive der Stadt: I love KL
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Das Miniaturmodell im Obergeschoss

Chinatown

Zwischen Berjaya Times Square und KL City Gallery breitet sich das lebendige Chinatown aus – das Viertel ist nicht so authentisch und lohnend wie in Bangkok oder Singapur, bietet am Abend aber einige nette Märkte, auf denen eingekauft und gegessen werden kann. Es ist einer der wenigen Orte in Kuala Lumpur, an dem täglich die beliebten Straßenstände aufgebaut werden. Am Rand des Viertels liegt das oben empfohlene Mingle Hostel.

Batu Caves

Nördlich des Zentrums liegt einer der berühmtesten Orte der Stadt: Die Batu-Caves – Hindutempel, die in gigantische Kalksteinhöhlen hineingeschlagen wurden. Die größte Höhle, auch als „Kathedrale“ bekannt, misst über 100 Meter in der Höhe! Auch hier teilen sich Gläubige und Touristen die Tempel, die am besten mit dem Zug erreicht werden können: Vom Hauptbahnhof verkehrt eine Linie ohne weiteren Umstieg (Endhaltestelle Batu-Caves). Um die Tempel zu betreten, muss nun noch eine rund 300 Stufen zählende Treppe bestiegen werden, auf denen die Touristen immer wieder von Affen belustigt werden – gerade bei heißen Temperaturen kein Vergnügen! Der Aufstieg lohnt sich aber, die Kombination aus Gotteshaus und Naturwunder ist wirklich gelungen. Gegen Aufpreis können per Führung die „Dark Caves“ besichtigt werden – hier tastet man sich mit Taschenlampen durch enge und unbeleuchtete Gänge.

Putrajaya

Vor rund 20 Jahren verlegte Malaysia seinen Regierungssitz in die 20 Kilometer außerhalb Kuala Lumpurs liegende Stadt Putrajaya – eine futuristische Planstadt, die innerhalb weniger Jahre aufgebaut wurde. Wie ich im Blog noch näher berichten werde, ist dabei leider keine lebenswerte Stadt entstanden – die Einheimischen arbeiten zwar in Putrajaya, fahren am Abend aber in der Regel zurück nach KL. Trotzdem ist die Stadt einen Tagesausflug wert – Putrajaya hat zahlreiche architektonische Highlights, riesige Grünflächen und beeindruckende Prachtstraßen zu bieten. Es empfiehlt sich die Besichtigung per Bus – zu ausgewählten Tagen (im Internet überprüfen, die Zeiten wechseln ständig) werden geführte Touren angeboten, die dich am Bahnhof einsammeln und später wieder abliefern. Der Preis: Unter 10 Euro. Du kannst die Planstadt (wie ich) auch zu Fuß erkunden, wirst aber bestimmt 20 Kilometer laufen, wenn du die wichtigsten Gebäude sehen willst! Der Vorteil ist, dass du in dein eigenes Tempo wählen und an den zahlreichen Fotospots Pausen einlegen kannst Die Anfahrt erfolgt per Zug; der KLIA-Schnellzug bringt dich vom Hauptbahnhof in 20 Minuten nach Putrajaya.

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Urban Farming in Putrajaya
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Die Stadt liegt zwischen großen Seen, die von sehenswerten Brücken überspannt werden
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Putrajaya punktet mit futuristischer Architektur…
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… und prachtvollen Bauwerken – hier die große Moschee

Mein Geheimtipps

  • Wenn du schon immer mal in einem 5-Sterne-Hotel übernachten willst: Da Putrajaya unter extremen Besuchermangel leidet, sind die Preise hier unfassbar günstig – teilweise kannst du für unter 50 Euro in absoluten Luxus-Resorts übernachten! Beachten solltest du nur, dass die Stadt sehr weitläufig ist und die Hotels meist weit außerhalb liegen
  • Die Sunway Putra Mall im Nordwesten der Stadt (Skytrain-Haltestelle Putra) besitzt einen optisch und kulinarisch herausragenden Foodcourt (direkt daneben: Das Tuxedo KL Hostel)
  • Der KL Tower mit seiner Aussichtsplattform liegt auf einem Berg – wenn du keine Lust zum Laufen hast, steht am Beginn der Auffahrt ein kostenloser Shuttlebus zur Verfügung, der alle zehn Minuten verkehrt
  • Willst du in Putrajaya die Stadtrundfahrt in Anspruch nehmen, kannst du am KLIA.Schalter (KLIA ist der Flughafen-Schnellzug, der dich in die Planstadt bringt; die entsprechenden Schalter findest du an allen angefahrenen Bahnhöfen) ein Kombiticket aus Bahn- und Busfahrt erwerben.

 

Fragen? Melde dich gerne über oli.becht@web.de