Hofheim INSIDE

Wie funktionieren Städte im frühen 21. Jahrhundert?

Welche Probleme verursachen wir mit einem solchen Lebensstil?

Und wie wird unser Alltag in Zukunft aussehen?

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Hofheim INSIDE, das neue GLOBALIZED-Projekt, will versuchen, die komplexen und intransparenten Prozesse einer modernen Stadt anschaulich aufzuschlüsseln. Gleichzeitig soll diskutiert werden, wie bestehende Probleme in ein langfristig funktionierendes, zukunftsfähiges System verwandelt werden können. Die „Hofheim INSIDE“-Artikel werden sowohl auf dieser Website als auch in der HOFHEIMER ZEITUNG veröffentlicht werden. Start der Serie ist Anfang Oktober 2018.

Hier ist der Einführungsartikel zu lesen, der einen Ausblick auf die kommenden Reportagen liefert:

Ein Blick hinter die Kulissen: So wird der deutsche Alltag organisiert

Neue Serie „Hofheim INSIDE“ steht für Transparenz und Hinterfragung / Wie werden sich Städte wie Hofheim verändern müssen?

Hofheim gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts. Knapp 3000 Einwohner leben in einer Stadt, die mit der heutigen kaum etwas gemeinsam hat. Im Lorsbachtal drehen sich die Mühlräder, während erste Automobile über die Straßen fahren und Pferdekutschen auf längere Überlandreisen aufbrechen. 1877 wird Hofheim durch den Bau der Bahnlinie Höchst-Limburg an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen. 1902 wird die erste Wasserleitung verlegt, 1908 brennt zum ersten Mal elektrisches Licht. Die Menschen arbeiten in Familienbetrieben, erfahren den neuesten Tratsch von ihren Nachbarn und erledigen Einkäufe auf dem Markt oder im kleinen „Tante-Emma-Laden“.

Seitdem hat sich die Welt in einem Tempo gewandelt, das evolutionär betrachtet schlicht atemberaubend ist. Städte wachsen immer weiter in Höhe und Breite. Einkaufszentren und Onlineplattformen haben Kleinhändler und Märkte verdrängt, die Straßen werden von Autos und Bussen verstopft, die Freizeitgestaltung von Unternehmen übernommen. Dabei hat die mehr und mehr globalisierte Welt vor allem an einem gewonnen: Intransparenz und Komplexität.

Viele Prozesse, die das Fundament des Alltags in einer westlichen Kleinstadt bilden, sind für den einzelnen Bürger heute kaum noch nachvollziehbar. Häufig ist das gewollt: Denn dass dem Einzelnen möglichst simple und günstige Lösungen angeboten werden sollen, hat gewaltige Schattenseiten. Mittelsmänner, die unüberwindbar zwischen Produzenten und Konsumenten stehen, arbeiten profitorientiert und lassen zu, dass die Lebensgrundlagen von kommenden Generationen und Ökosystemen in Gefahr geraten. Ohne emotionale Reaktion trägt auf diesem Weg jede deutsche Kleinstadt dazu bei, globale Probleme existenziellen Ausmaßes zu verursachen.

„Hofheim INSIDE“ will versuchen, die Funktionsweise einer Stadt, wie sie Hofheim in der globalisierten Welt 2018 ist, im Detail aufzuschlüsseln. Prozesse, die jeden Tag hinter unserem Rücken ablaufen, sollen transparent dargestellt und von beteiligten Personen mit Leben gefüllt werden. Wie funktionieren Lebensmittelproduktion und Müllentsorgung? Welche Folgen hat die voranschreitende Verstädterung? Und wohin führen uns neuartige Technologien und Transportsysteme? Übergreifendes Ziel der Reihe ist es, Probleme klar zu benennen und ein möglichst nachhaltiges System für die Zukunft zu zeichnen. Wie kann eine deutsche Kleinstadt langfristig funktionieren, ohne bleibende Schäden zu verursachen? Wie kann das Getriebe der dargestellten Systeme so verändert werden, dass sie Platz in einer lebenswerten Zukunft auf unserer Erde finden? Wie werden Städte im Jahr 2050 idealerweise aussehen?

Pro Artikel wird sich die Serie einem einzelnen Aspekt widmen, der das tägliche Leben in Hofheim entscheidend beeinflusst. Ein gemeinsamer Nenner ist dabei die Schlüsselrolle jedes Einzelnen. Denn: Jede Kaufentscheidung, jeder entsorgte Müllsack und jede Fahrt mit dem Auto trägt dazu bei, bestehende Strukturen weiter zu festigen. Auf der anderen Seite braucht es nichts weiter als eine Ansammlung nachhaltig lebender Bürger, um eine funktionierende Stadt der Zukunft zu bauen. Die Visionen und Techniken dazu stehen uns längst zur Verfügung.

Worauf warten wir?