Georgetown

Am Rand der landschaftlich reizvollen Insel Penang liegt die Hafenstadt Georgetown, die seit 2008 den Status als UNESCO-Weltkulturerbe innehat. Und es sind keine spektakulären Gebäude, archäologische Funde oder Naturschönheiten, die die Stadt weltbekannt gemacht haben: In Georgetown findest du genau das, was du dir unter dem „authentischen Asien“ vorstellst. Verschiedenste Kulturen und Religionen leben dicht an dicht; jeder ist willkommen, niemand ausgeschlossen. Das Ergebnis ist eine lebendige Streetfood-, Kunst- und Kulturszene, die dich in den Bann ziehen wird.

GLOBALIZED bietet dir hier einen Überblick über Sehenswürdigkeiten und praktische Infos sowie Insidertipps, Hintergründe zu im Blog genannten Orten und eine Fotogalerie. Viel Spaß beim Entdecken!

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Georgetown – Kulturen und Potenziale

Lage und Anfahrt: Georgetown liegt im Nordosten der Insel Penang, die durch zwei lange Brücken mit dem Festland verbunden ist. Dort liegt die Stadt Butterworth, die sowohl auf der Bahnstrecke Singapur-Kuala Lumpur-Bangkok als auch allen gängigen Busverbindungen liegt.Es gibt Direktverbindungen nach Singapur, Kuala Lumpur und Hat Yai (Thailand) sowie Kombitickets nach Bangkok (mit Umstieg in Hat Yai). Von Butterworth kannst du in rund einer Stunde (Der Fahrpreis liegt bei umgerechnet unter einem Euro) per Fähre direkt nach Georgetown übersetzen. Die Schiffe starten in der Regel stündlich. Alternativ gibt es einige Busverbindungen, die über eine der Brücken bis auf die Insel fahren und dich an einem chaotischen Busbahnhof außerhalb der Weltkulturerbestadt absetzen. Zudem befindet sich am Südzipfel der Insel ein Flughafen, von dem sowohl Ziele in Malaysia als auch Thailand und Indonesien angeflogen werden.

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Blick von der Fähre auf die lange Penang-Brücke

Transport: Die komplette Insel wird vom „rapid“- Busnetz abgedeckt. Der zentrale Bahnhof liegt zweihundert Meter südlich des Fähranlegers und ist in der Innenstadt ausgeschildert. Von hier lassen sich alle angefahrene Ziele auf der Insel erreichen (unter anderem der Flughafen und die Strände an der Nordküste). Die Fahrpreise sind wie üblich nicht sehr hoch (Einzelfahrt von Georgetown nach Teluk Bahang auf der anderen Seite der Insel etwa einen Euro).

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So sehen die Busse von innen aus

Überblick: Bei der Ankunft in Georgetown wirst du dich erst einmal fragen: Das soll UNESCO-Weltkulturerbe sein? Die Stadt ist im Zuge der Touristenströme stark gewachsen und besteht am Rand größtenteils aus Hochhäusern, Fastfoodketten und Industrieanlagen. Sowohl am Busbahnhof als auch rund um den Fähranlager wirst du direkt die hässliche Seite Georgetowns kennenlernen. Die lebendigen Märkte, Gassen voller Restaurants und Kunstateliers findest du im Inneren der Stadt. Nördlich des Zentrums liegt der „Kranich-Hügel“, auf dem du mit dem Botanischen Garten und dem Kek-Lok-Tempel zwei der größten Sehenswürdigkeiten findest.

Übernachtung: Georgetown gehört zu den Flagschiffen Malaysias, und entsprechend groß ist das Angebot an Unterkünften. Wie immer reicht das Angebot von Backpacker-Hostels bis zu luxuriösen Resorts, die in der Regel außerhalb des Zentrums liegen. In der Innenstadt, wo bis tief in die Nacht das Leben tobt, findest du schöne Unterkünfte für unter 10 Euro. Diese befinden sich häufig in liebevoll restaurierten Häusern und bieten teilweise kostenlose Stadtführungen an. Eine etwas anspruchsvollere Alternative, die ich empfehlen kann, ist das Chulia Heirtage Hotel: In bester Lage kannst du hier für etwa 20 Euro in einem historischen Gebäude übernachten, das mit modernen Doppelzimmern und Gemeinschaftsbädern ausgestattet ist. Eine Küche gibt es nicht – die wirst du in Georgetown aber auch nicht brauchen.

Die Website meines Hoteltipps

Verpflegung: Das Essen ist wahrscheinlich die größte Attraktion der Stadt. Malaysia gilt auch gastronomisch als „Schmelztiegel der Kulturen“ – und Georgetown ist die Speerspitze dieser Region. Jeden Abend werden Unmengen an Straßenständen und Garküchen aufgebaut, die bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt sind. Und auch die Anzahl an Restaurants ist überdurchschnittlich hoch. Da die Portionen gering und die Preise extrem niedrig sind, kannst du dich die verschiedenen Küchen probieren – besonders weit verbreitet ist türkisches, indisches und thailändisches Essen. Aber auch die malayische, vietnamesische, japanische und sogar europäische Küche ist in der ganzen Stadt präsent. Die Insel ist zudem weltweit für ihre eigenes Curry bekannt: Das „Penang-Curry“, das in jedem asiatischen Restaurant auf der Speisekarte steht, wird mit einer speziellen Paste aus Erdnüssen zubereitet.

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Ein typischer Straßenstand Georgetowns
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Mich hat das indische Essen besonders überzeugt

Sehenswürdigkeiten: Die größte Attraktion ist das kulturelle Angebot, das sich über die ganze Stadt verteilt: Streetart (an den Exponaten bilden sich teilweise lange Schlangen, um ein Foto zu machen!), Kunstateliers, Restaurants und kleine Museen findest du gefühlt in jeder Straßen. Nimm die unbedingt die Zeit und lasse dich einfach – ohne Plan und Google Maps – durch die Gassen treiben. Am Morgen werden in der ganzen Stadt Märkte aufgebaut, am Abend Garküchen. Zu beiden Zeiten bieten sich hervorragende Möglichkeiten, die kulturelle Vielfalt hautnah zu erleben. Durch die Innenstadt führen mehrere Rundwege, die sogenannten „Heirtage Walks“, die sich auf ein bestimmtes Element fokussieren, beispielsweise Streetart, Architektur oder Gotteshäuser.

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Georgetown am Tag …
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… und bei Nacht

Nördlich der Stadt liegt der „Kranich-Hügel“ mit einem netten Botanischen Garten sowie dem Kek-Lok-Tempel: Dieser gilt als größter buddhistischer Tempel Südostasiens und bietet mit einer siebenstöckigen Pagode, die von 10.000 Buddhafiguren geschmückt wird, ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Eine fantastische Aussicht auf die gesamte Insel ist bei der Besteigung garantiert. Der Eintritt in den Tempel ist frei, einzig für das Betreten der Pagode wird rund ein Euro fällig. Die Anfahrt erfolgt mit dem „rapid“-Bus: Von der Haltestelle „Jalan Pasar“ ist die Anlage fußläufig erreichbar.

Im Stadtgebiet verteilt bestehen zudem mehrere interaktive Museen, die sich auf engstem Raum verschiedenen Themen widmen: Dem Goldrausch, optischen Täuschungen, asiatischen Mythen oder der Kolonialisierung . Die Ausstellungen werden von ein und demselben Unternehmen betrieben, was sich in den ähnelnden Konzepten niederschlägt.

Bringst du genug Zeit mit, solltest du eine Rundfahrt über die Insel unternehmen. Mit derm Rapid-Bus sind die Strecken Georgetown-Flughafen, Flughafen-Teluk Bahang und Teluk Bahang-Georgetown in jeweils einer Stunde zurückzulegen. Du erhältst einen Einblick in das Leben außerhalb der Großstadt – das sehr einfach und religiös geprägt wird –, kannst einige schöne Strände erreichen (in erster Linie im Norden der Insel) und mehrere Sehenswürdigkeiten anfahren. In Teluk Bahang befindet sich „Entopia“, ein Naturmuseum rund um die Welt mit den Schmetterlingen. Höhepunkte sind eine große Freiflughalle sowie ein modernes Museum zum Leben unter der Erde.

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Teluk Bahang
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„Entopia“ – ein echter Geheimtipp
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Die Freiflughalle von innen

Was sonst noch zu sagen ist: Da Georgetowns Liste an Sehenswürdigkeiten kurz ist, machen viele Reisende den Fehler, nur einen oder zwei Tage für die UNSECO-Weltkulturerbestadt einzuplanen. Es lohnt sich aber auch ein längerer Aufenthalt, da die größten Schätze der Stadt eben nicht im Reiseführer stehen!